Muswiese 2012

Die Muswiese 2012 vom Samstag 06. bis Donnerstag 11. Oktober. Montag ist wie immer Ruhetag.

Noch

Muswiese interaktiv



Geschichtliches - vielleicht der Anfang des Muswiesenmarktes

Im Gebiete des heutigen Württemberg sind nur zwei Jahrmärkte bekannt, die auf einem freien Feld stattfanden und zu einer großen Bedeutung im Laufe der Jahrhunderte gefundne haben. Beide Märkte liegen in dem von Franken besiedelten Teilen Württembergs und auserhalb des römischen Limes.

Der eine, früher weit berühmt und viel besuchte Markt an Naujahr zwischen Jagst und Kocher an unbewohnten Orten mitten im Wald, ist im 19. Jahrhundert eingegangen.

Der zweite noch blühende Markt dieser Art ist der Muswiesenmarkt, der alljährlich bei Musdorf östlich von Rot am See auf Wiesen beiderseits der alten Landstrasse stattfindet. Dieser Markt verdankt seine Entstehung der günstigen örtlichen Lage unweit der Kreuzung zweier bedeutender Fernstraßen. Es kreuzen sich hier bei Rot am See die Fernwege von Main und Tauber nach Crailsheim - Ellwangen - Nördlingen und zur Donau mit der Salzstraße von Hall -Kirchberg - Rothenburg.

Die älteste, unmittelbare urkundliche Nachricht über das Bestehen des Muswiesenmarktes findet sich in dem ältesten erhaltenem Verzeichniss des Amtes Bebenburgaus dem Jahr 1434, das als Teil eines Verzeichnisses des Burggrafentums Nürnbergs welches sich im Staatsarchiv in Nürnberg befindet. Darin steht:

"Moszdorff - . . . Item der czol zu fanct Michaelistag auf dem jahrmarkt ertregt jerlich auf 15 guldein zu gemeynen jaren. Item daffelb dorf gehört mit der vogtey gantz gen Bebenburgk . . ." damit ist nicht nur das Bestehen eines gewöhnlichen Wallfahrtsjahrmarktes spätestens zu Beginn des 15. Jahrhunderts erwießen, sondern darin steckt der Nachweise für einen mit Marktzollgerechtigkeit ausgestattetem, dem Handelsverkehr und volkswirtschaftlichen Bedürfnissen ausgerüstetem Jahrmarkt in Musdorf. Das dieser Jahrmarkt schon damals über das Amt hinausreichende Bedeutung hatte, dafür stehen in dem Verzeichniss von 1434 eine Reihe von Belgen. Alle Zinzen und Gülden wurden schon im 15. Jahrhundert auf Michaelis, dem 29. September fällig. Die Untertanen des Amtes kommen alle aufden Markt und zahlen dort bzw im nahegelgenen Amtssitz auf der Bebenburg ihre Geldzinse.

Ferner ist bemerkenswert, das der Marktzoll zu Gerabronn im Amt Werdeck, der von allem auf dem Markt verkauftem Vieh von auswärtigen Verkäufern und Käufern zu entrichten ist, sowie von denen, "die im Markt auf Gütern sitzen" (Warenzoll = Standgeld) auf 8 - 10 Gulden jährlich im Verzeichniss von 1434 angeschlagen sind. Da Gerabronn damals 2 Jahrmärkte und dazu noch Wochenmärkte (1698 waren es 5) über das Jahr hatte. Wie in der Urkunde von 1434 steht ergibt der Muswiesenmarkt die 1,5 bis 2 fache höheren Einnahmen als die sämtlichen anderen Gersbronner Märkte.

Der Markt dauerte um das Jahr 1700 regelmäßig 3 Tage, nämlich der 1. Markttag "Der Viehmartktag" am Tag vor Michaelis. Der 2te Markttag "Der rechte Markt" an Michaelis der 29. September und der 3te Markttag "Der Nachmarkt" am Tag nach Michaelis. Jedoch wurde schon im 17. Jahrhundert auch der 4. Markttag "Hafenmarkt", wenn an den vorhergehenden Tagen schlechtes Wetter war der 5. Markttag, erlaubt. Eine Wichtige Änderung der Marktzeit brachte die neue Gregorianische Zeitrechnung in den brandenburgischen Gebieten im Jahre 1700. Da der gleichfalls berühmte große Markt in Königshofen an der Tauber jetzt auf den Michaelistag nach neuem Stil fiel, so mußte entsprechend der Muswiesenmarkt am alten Michaelistag abgehalten werden. Aus heutiger Sicht findet der Markt in der Woche mit dem 11. Oktober statt. Fällt der 11. Oktober auf einen Tag nach den Hauptmarkttagen so ist der Markt in der folgenden Woche.